Inflation gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus
Es ist anzunehmen, dass uns die Inflation erneut stärker beschäftigen wird – nicht nur im Tourismus. Besonders problematisch ist dabei, dass Österreich im europäischen Vergleich seit Jahren zu den Ländern mit den höchsten Inflationsraten zählt. Für eine exportorientierte Branche wie den Tourismus ist das ein ernstzunehmendes Wettbewerbsproblem.
Die Konsequenz ist offensichtlich: Steigende Kosten zwingen die Betriebe dazu, Preise anzupassen. Genau hier entsteht jedoch ein zunehmendes Spannungsfeld. In einzelnen Saisonzeiten zeigt sich bereits, dass es schwieriger wird, die Preise marktgerecht an die Haushalts- und Freizeitbudgets der Gäste anzupassen.
Gleichzeitig wird der Branche seit Jahren vorgeworfen, sie würde Preissteigerungen zu rasch weitergeben. Doch die Realität ist eine andere: Können Kostensteigerungen nicht weitergegeben werden, landen Betriebe früher oder später in der Insolvenzstatistik – ein Blick auf die aktuellen Zahlen des KSV zeigt diese Entwicklung bereits.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem im internationalen Wettbewerb. Speziell im Sommer bieten viele Destinationen touristische Produkte an, deren Kostenstruktur deutlich günstiger ist als jene im alpinen Raum.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Arbeitsmarkt. Tourismus ist ein People Business. Dienstleistungen entstehen durch Menschen – und genau diese Personalkosten steigen kontinuierlich. Der Gradmesser dafür ist wiederum die Inflation, die direkt auf Löhne, Gehälter und damit auf die gesamte Kostenstruktur der Branche wirkt.
Der Tourismus ist einer der wichtigsten wirtschaftlichen Motoren Österreichs. Gerade deshalb braucht es politische Rahmenbedingungen, die Wettbewerbsfähigkeit sichern, statt sie weiter zu schwächen. Oder anders gesagt: Wenn Österreich im internationalen Tourismus erfolgreich bleiben will benötigt er weniger strukturelle Kostenbelastung und mehr wirtschaftspolitische Unterstützung.
In letzter Zeit ist der Tourismus an den Pranger gestellt worden, da es zu Preissteigerungen gekommen ist. Die Branche ist jedoch nicht der Inflation-Auslöser, sondern eine der am stärksten Betroffenen.

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