Tourismus – der Fels in der Brandung
Rückgang bei Tourismuspleiten
Die Nachrichten beschäftigen sich zurzeit vordergründig mit der großen Weltpolitik und dem damit verbundenen Verlust der gewohnten Ordnung, die sogar Raubrittertum wieder salonfähig macht. Da ist es beinahe untergegangen, dass die Tourismuswirtschaft, die ja schon des Öfteren weit oben in der Insolvenzstatistik rangiert hat, im abgelaufenen Jahr mit einem Minus von 2,3 % bei der Zahl der eröffneten Verfahren glänzt. Dabei sind die Gesamtunternehmensinsolvenzen sogar um 4,1 % gestiegen.
Großinsolvenzen beruhen auf Spekulationen
Bemerkenswert ist auch, dass es mit der Erste Wiener Hotel AG und der Grand Hotel GesmbH gleich zwei Hotelpleiten in die Liste der Großinsolvenzen geschafft haben. Sie rühren allerdings beide aus missglückten Spekulationen von Issa Al Jaber und sind mehr dem Spektrum der Finanzjongleure und gescheiterten Immobilienprojekten zuzurechnen als der mangelnden Nachfrage nach Tourismusangeboten.
Finanzjongleure sind überhaupt für die größten volkswirtschaftlichen Vermögensverluste verantwortlich. Alleine die Firmen aus dem Signa Imperium Rene Benkos und die von Al Jaber verursachte Blutspur schlagen mit Insolvenzpassiva von rd. EUR 2,7 Mrd. und damit mit 31 % der Gesamtpassiva aller eröffneten Verfahren zubuche. Bei der Anzahl der Großinsolvenzen (mit Passiva von über EUR 100 Mio.) erreichen diese sogar die stolze Zahl von 62 %. Da muten ja die rd. EUR 0,3 Mrd. an Schaden, welche die 807 eröffneten Hotel- und Gastgewerbeinsolvenzen verursacht haben, beinahe bescheiden an.
Die Zukunft mit Herausforderungen
Der erfreuliche Rückgang an Firmenzusammenbrüchen in Hotellerie und Gastronomie darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zukunft mit einigen Herausforderungen aufwartet: Personal ist schwer zu rekrutieren, die internationale Konkurrenz erfordert ständige teure Modernisierungsinvestitionen und der Klimawandel stellt so manches Geschäftsmodell in Frage.
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