Dynamic Pricing bei Skigebieten: Ausblick 2025/2026
Dynamische Preismodelle werden sich in Österreich auch in der kommenden Wintersaison weiter etablieren. Dem Vernehmen nach bereiten höchst prominente Skigebiete für die nächsten ein, zwei Jahre eine Umstellung vor. Wir haben in Niederösterreich bereits drei Winter überaus positive Erfahrungen mit „flexiblen Preisen“ gemacht, dazu erst unlängst Zahlen, Daten und Fakten online zur Diskussion gestellt; zuvor bereits sehr früh im Prozess mit F.acT (vormals TTR Tirol Tourism Research) gesprochen und vor einem halben Jahr hier am TP-Blog einen Grundsatzbeitrag zum Thema veröffentlicht.
Die Frage ist nicht mehr, ob sich Dynamic Pricing in Österreich auch bei Skigebieten durchsetzen wird, sondern welche neuen Entwicklungen in diesem Zusammenhang zu beachten sind:
Mehr Information für potenzielle Gäste
Im Dialog mit der Arbeiterkammer Niederösterreich sind wir angeregt worden, den potenziellen Kunden im Onlineshop Orientierung zu geben, wie der aktuell angebotene Preis einzuschätzen ist. Unser Partner Pricenow hat dieses Feature entwickelt und wir werden es in der kommenden Wintersaison einsetzen können (Beispiele unten).
Schon bisher waren im Onlineshop die tagesaktuell gültigen Preise bis Saisonende einsehbar. Jetzt wird zusätzlich die Preisentwicklung angezeigt sowie eine Einschätzung zum Preisniveau (z.B. „eher hoher Preis“) abgegeben. Bisher überwog die Befürchtung, dass Kunden bei entsprechender Transparenz den gewährten Frühbucherrabatt geringschätzen und erst recht mit der Buchung zuwarten würden. Nun ändern wir unseren Zugang grundlegend, weisen zudem noch einmal explizit darauf hin, dass Preise ansteigen können, „je näher das Nutzungsdatum kommt“ und „je höher die erwartete bzw. bereits realisierte Nachfrage“ ist.
Höhere Bedeutung der Saisonkarten
Saisonkarten sind so etwas wie der voraussetzungslose, Spontaneität ermöglichende Gegenpol von dynamischen Preismodellen: Wir haben bisher noch nie eine Voranmeldung von deren Inhabern verlangt. Die Anzahl der Besuche wurde erfahrungsgemäß abgeschätzt und im Kontingent für einen bestimmten Betriebstag berücksichtigt. Mit einem neuen Saisonkartenprodukt konnten wir in der vergangenen Wintersaison reüssieren.
Vail Resorts setzt neuerdings mit den ‚Epic Friend Tickets‘ darauf, Inhaber des Epic Pass als Multiplikatoren zu nutzen. Das ist genau die Art von Kundenbeziehungsmanagement, die auch bei uns DSGVO-konform umsetzbar ist.
Nachfrageorientierte Preise
Der Terminus Dynamic Pricing ist sicherlich stigmatisiert. Leider haben sogar manche Mitbewerber Begriffe wie Algorithmus oder Künstliche Intelligenz schlechtgeredet – weder besonders fortschrittlich noch weitsichtig. Aber in der Gästekommunikation kann leicht auf nachfrageorientierte Preise umgestellt werden, statt dem ominösen Algorithmus erklären wir die Preisbildung über eine auf verschiedenen Parametern beruhende Steuerung.
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