Beim nächsten Agenten-Anruf besser nicht gleich auflegen
In letzter Zeit rufen mich immer öfter Agenten am Mobiltelefon an. Von unterschiedlichen Unternehmen. Unterschiedliche Stimmen. Aber nach ein paar Sekunden merkt man meistens: Da spricht kein Mensch mit mir.
Meistens lege ICH auf.
Vielleicht sollten SIE das nicht tun.
Denn bisher wollen diese Agenten mir etwas verkaufen. Bald könnten sie für mich einkaufen.
Ein Hotelzimmer. Einen Mietwagen. Ein Bergbahnticket. Einen Tisch fürs Abendessen.
Und dann wird es für Hospitality interessant.
Beim Wiener Unternehmen Signteq bin ich über einen Begriff gestolpert: Know Your Agent – KYA.
Wenn AI-Agenten für Menschen handeln, stellen sich für Tourismusunternehmen plötzlich sehr praktische Fragen:
Wer ist dieser Agent?
Für wen handelt er?
Was darf er?
Und darf er tatsächlich „sein“ Geld bei uns ausgeben?
Signteq arbeitet bereits an Antworten darauf.
Gleichzeitig kommt in Europa Ende 2026 die EUDI Wallet, darüber wird erstaunlicherweise in der Branche wenig gesprochen. Sie soll es Menschen ermöglichen, ihre digitale Identität und Nachweise sicher und selbstbestimmt zu verwenden.
Und plötzlich treffen da zwei Entwicklungen aufeinander:
Die Wallet weist nach, wer ich als Person bin.
Der Agent handelt für mich.
Dazwischen entsteht eine neue Vertrauensfrage.
Woher weiß ein Hotel, eine Bergbahn oder ein Mobilitätsanbieter, was mein Agent in meinem Namen darf?
Wir diskutieren im Tourismus gerade darüber, ob Gäste künftig mit AI nach Hotels suchen.
Die Technologie ist schon eine Frage weiter: Was passiert, wenn AI nicht mehr nur sucht, sondern bucht, bezahlt und entscheidet?
Die Agenten sind schon da. Noch wollen sie mir etwas verkaufen. Bald verhandeln sie vielleicht in meinem Namen mit dem Agenten eines Hotels.
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