Prognostizierte Auslastung von Skigebieten im ORF

Das war eine Premiere: Am vergangenen Samstag hat der ORF Niederösterreich im Fernsehen Semesterferien mit vielfältigem Programm – Niederösterreich heute vom 31.01.2026 – ORF ON, zuvor schon online Semesterferien: Familien setzen auf Vielfalt – noe.ORF.at und am darauffolgenden Sonntag auch im Radio Niederösterreich-Journal ab 7 Uhr von der prognostizierten Auslastung von Skigebieten während der Semesterferien berichtet. Ein innovativer Service für potenzielle Gäste, denn rund um die Metropole Wien ist der Anteil an Tagesgästen hoch, die Entscheidung für (oder gegen) einen Skiausflug fällt oft kurzfristig.

Die Ausgangslage ist durchaus knifflig, denn in den geöffneten Skigebieten – siehe dazu Niederösterreich: 16 Skigebiete mit Top-Bedingungen für die Semesterferien – stehen derzeit rund 80 Prozent der möglichen Pistenflächen zur Verfügung; somit liegt in Niederösterreich die gesamte Kapazität im Laufe eines Skitages (einschließlich Rodel- und Abendbetrieb) momentan bei rund 25.000 Ersteintritten.

Bei derart überschaubaren Kontingenten kann es an ausgewählten Tagen mit hoher Nachfrage zu Überfüllung kommen, meistens ist dies jedoch nicht der Fall. Trifft eine potenziell hohe Nachfrage auf ein limitiertes Angebot, können Gäste ob vermuteter langer Wartezeiten oder knapper (Stell)plätze abgeschreckt werden. In anderen Bereichen gibt es bereits Lösungen: So zeigt die Bäderampel die jeweils aktuelle Auslastung in den Wiener Bädern an.

Datenjournalismus des ORF Niederösterreich

Aufgrund der Anfrage des ORF Niederösterreich haben die sechs meistbesuchten Skigebiete jeweils die (zu diesem Zeitpunkt) erwartete Auslastung für jeden einzelnen Tag der Semesterferien prognostiziert – und zwar auf Grundlage aktueller und historischer Buchungsdaten. Annaberger Lifte, Erlebnisalm Mönichkirchen, Hochkar Bergbahnen, Ötscherlifte Lackenhof, Semmering Hirschenkogel und Wexl Arena St. Corona am Wechsel repräsentieren in den Semesterferien einen Marktanteil von 85 bis 90 Prozent.

Es handelt sich um eine „Momentaufnahme“ vom vergangenen Freitag, wobei eine laufende Aufbereitung tatsächlicher oder erwarteter Auslastung, um Gäste entsprechend zu informieren, rein technisch kein Problem und auch kein allzu großer Aufwand wäre. In Zeiten der Coronapandemie gab es übrigens in Niederösterreich und angrenzender Steiermark schon einmal über eine Progressive Web App eine Gesamtübersicht zu Verfügbarkeiten.

Fünf Anmerkungen

1️⃣ Die Skigebiete konnten – im redaktionellen Kontext der Freizeitmöglichkeiten während der Semesterferien – ihre Botschaften gut vermitteln: A. „Trotz“ Semesterferien gibt es sehr wohl freie Kapazitäten (an manchen Tagen mehr, an anderen weniger) und B. vorab online zu buchen wird dringend empfohlen, insbesondere beim Rodeln.

2️⃣ Den Daten der ecoplus Alpin GmbH nach (auf der Basis eines Onlineanteils von 60 Prozent) sind Gäste sehr loyal gegenüber ihrem präferierten Skigebiet; es ist daher eher zu erwarten, dass Informationen zur prognostizierten (oder auch tatsächlichen) Auslastung den Besuchszeitraum beeinflussen, weniger das Skigebiet selbst.

3️⃣ Die ecoplus Alpin GmbH informiert heuer an den vier Standorten Annaberg, Mönichkirchen, Hochkar und Ötscher mit einem neuen Pricenow-Feature zur Preistransparenz potenzielle Gäste implizit zur erwarteten Auslastung: Wie sich der nachfrageorientierte Preis bisher entwickelt hat, voraussichtlich noch wird …

4️⃣ Zur Bewältigung der Coronapandemie hatten wir als Skigebiete in Niederösterreich und benachbarter Steiermark bei Kontingentierung und Kommunikation kooperiert (Praktische Erfahrungen mit Kontingentierung & Online-Ticketing – TP-Blog), ein in Folge geplanter gemeinsamer Marktplatz ist (noch) nicht zustande gekommen.

5️⃣ Es ist höchste Zeit, dass wir in der Branche Erfahrungen bei der digital unterstützten Besucherstromlenkung reflektieren. Bei tendenziell sinkendem Angebot (Skigebiete bzw. Pistenfläche) und hoffentlich gleichbleibender Nachfrage wird eine gleichmäßig hohe Auslastung strategisch zunehmend wichtiger.

 

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