Reisen erfrischt das Gehirn – Pauschalreisen sorgen für Sicherheit

Es ist ja so: Wir fahren in den Urlaub, um dabei (mittels Bildern in sozialen Medien) und nachher (am sonntäglichen Mittagstisch der Oma) ordentlich angeben zu können. Je ausgefallener das Erlebte und heldenhafter die Story, desto größer die Anerkennung (Likes und Knödel), desto mehr Ausschüttung von Dopamin im Hirn samt Glücksempfinden. Was wiederum vorbeugend gegen Demenzerkrankung wirkt, wie Johannes Huber und Elisabeth Gürtler im soeben erschienenen Buch Hirnfit bis 100 eindrucksvoll beschreiben. Und wer will das nicht sein.

Aber vor jeder Reise muss man eine Entscheidung treffen: Pauschalreise oder selbst zusammenstellen.

Der Begriff Pauschalreise hat ein Imageproblem, er ist mit bieder, vorgefertigt und unflexibel konnotiert. Und das erschwert die Selbstvermarktung.

Dabei kann eine Pauschalreise bestens den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Immer häufiger sind Pauschalreisen aus individuellen Reisebausteinen zusammengestellt. Gesetzlich ist eine Pauschalreise nichts anderes als ein Paket von mindestens zwei Reiseleistungen, das vom Reiseveranstalter zu einem Gesamtpreis angeboten wird. Sie bietet dabei einen wesentlichen Vorteil: Der Reiseveranstalter haftet für die ordnungsgemäße Durchführung sämtlicher Reisebestandteile.

Eine Pauschalreise bedeutet planbare Qualität, keine Ausgabenüberschreitung, all inclusive, wenn man das will, und trotzdem individuell und persönlich. Nahtloses, reibungsloses Reisen, die wertvolle Urlaubszeit optimal nutzen. Wenn man zusätzlich dem Reisebüro die Arbeit lässt, seine Wünsche Realität werden zu lassen, sollte eigentlich nichts schief gehen. Auf dem Buchungsschein steht dann der haftende Reiseveranstalter.

Mit dem Klimawandel steigt das Risiko von Starkwetterereignissen, Waldbränden, Flugausfällen, unpassierbaren Straßen, usw. Wenn etwas schief geht, muss der Reiseveranstalter für Alternativen sorgen und sicherstellen, dass „gestrandete“ Reisende wieder nach Hause kommen. Oft mit Millionenaufwand, wenn wie im Vorjahr hunderte Urlauber wegen eines Waldbrandes von der Insel Rhodos evakuiert werden müssen. Von einer Pandemie gar nicht zu reden. Er haftet für das Gelingen des gesamten Paketes. Wer sich die Reiseleistungen selbst zusammenstellt, muss sich auch selbst kümmern und das kann eine unglaubliche Überforderung sein: Verzweiflung, Zusatzausgaben und bezahlte, ungenutzten Reiseleistungen – all inclusive.

Natürlich sind auch mit einer Pauschalreise nicht alle Risiken auf Reisen abgesichert. Bei Erkrankung oder Unfall benötigt man eine gute Reiseversicherung, die Patienten notfalls im Ambulanzjet zurückfliegt, bei verlorenem oder verspätetem Gepäck ebenfalls. Der Reiseveranstalter haftet nur für die gebuchten Reiseleistungen, da aber – im Gegensatz zu selbst zusammengesetzten Bestandteilen – wechselseitig und gesamthaft, auch bei Streik oder wenn ein zuvor sicheres Reiseland plötzlich verlassen werden muss.

Kombiniert man einzelne Reiseleistungen selbst und fällt beispielsweise der Flug aus, müssen verlorene Hotelübernachtungen gemäß diesem Einzelvertrag voll bezahlt werden. Besonders teuer wird es, wenn man einem Kreuzfahrtschiff hinterher winken muss.

Und gegen so manches Risiko helfen ohnehin nur Hausverstand und Vernunft und manchmal heitere Gelassenheit. Aber immer gilt: Urlaub muss aber sein. Ordnung nicht.

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