Erstmals eine EU-Tourismusstrategie: Die Kernpunkte im Überblick
Am 4. November hat die Europäische Kommission die erste „EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus“ vorgelegt. Das Ziel: Europas Tourismus wettbewerbsfähiger, nachhaltiger und krisenfester machen – und Europa als weltweit meistbesuchte Destination halten.
Worum es geht
Tourismus bleibt Sache der Mitgliedstaaten. Die Strategie ist daher ein politischer Fahrplan, kein Gesetz: Sie „harmonisiert nicht die nationalen Rechtsvorschriften“. Sie bündelt aber Förderprogramme, Verkehrspolitik und neue Werkzeuge für einen Sektor mit 10 % der EU-Wertschöpfung, über 20 Millionen Jobs und 5 Millionen Betrieben – 99 % davon KMU (EK-Pressemitteilung).
Vier Säulen und konkrete Maßnahmen
- Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe
- Eine EU-Tourismusakademie soll bis Ende 2027 Aus- und Weiterbildung gegen den Fachkräftemangel bündeln.
- Eine Vereinfachungsinitiative erhebt ab 2027, wo EU-Regeln Betriebe unnötig belasten und noch 2026 kommt ein Vorschlag für modernere Mehrwertsteuerregeln im Reisesektor.
- Eine Tourismusbeobachtungsstelle und ein gemeinsamer Datenraum sollen Trends und Daten besser nutzbar machen.
- Nachhaltigkeit und Resilienz
- Ein Instrumentarium für „ausgewogenen Tourismus“ und eine Empfehlung an die Mitgliedstaaten sollen helfen, Gäste über Regionen und Jahreszeiten zu verteilen – inklusive Ansätzen zu Kurzzeitvermietungen.
- Ein Krisennetzwerk soll die Zusammenarbeit der Tourismusbehörden bei Krisen verbessern.
- Destination Europe
- Eine gemeinsame Dachmarke soll Europa auf Fernmärkten sichtbarer machen – ergänzend zur nationalen Werbung. Dazu kommt ein neuer Preis für Europäische Tourismushauptstädte.
- Die EK wird in enger Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten und der Branche ein EU-Modell für Tourismusmanagement vorschlagen
- Zusammenarbeit und Umsetzung
- Die EK wird eine hochrangige EU-Tourismusallianz ins Leben rufen. Gemeinsam mit Mitgliedsländern, Regionen, Behörden und dem Sektor werden die Arbeitsprogramme zu den Handlungsfeldern erarbeitet und umgesetzt.
Und das Geld?
Im laufenden EU-Haushalt (2021–2027) dürften mindestens 18 Milliarden Euro in den Tourismus fließen, vor allem aus dem Corona-Aufbaufonds (rund 13 Mrd.) und der Regionalförderung (rund 4 Mrd.). Zusätzlich werden Mittel für KMUs direkt und Infrastrukturprojekte fließen. Die nächste mehrjährige Budgetperiode (2028-2034) wird gerade intensiv verhandelt.
Was das für Österreich bedeutet
Ganzjahrestourismus, Wertschöpfung statt Masse, Bürokratieabbau – das deckt sich mit der neuen österreichischen Tourismusstrategie „Vision T“, wie Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner betont.
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