Brüssel arbeitet an der ersten EU-Tourismusstrategie – und das Europäische Parlament fixiert seine Forderungen dazu

Die Europäische Kommission legt im Frühsommer 2026 erstmals eine eigene Strategie für nachhaltigen Tourismus vor. Das Europäische Parlament hat dazu Ende April mit großer Mehrheit einen Forderungskatalog beschlossen – mit Themen, die für Österreichs Tourismus direkt spürbar werden können.

Worum es geht:

Tourismus ist nach den EU-Verträgen Sache der Mitgliedstaaten – die EU darf koordinieren und fördern, aber keine verbindlichen Regeln erlassen. Die Kommission plant deshalb eine nicht-bindende Strategie: einen politischen Rahmen, der Förderprogramme, Mobilitäts- und Plattformregeln zusammenführt, vorgelegt im zweiten Quartal 2026 (EP, Legislative Train).

Das Europäische Parlament hat dazu am 28. April 2026 eine Entschließung verabschiedet – eine politische Stellungnahme, die der Kommission Orientierung gibt. Verfasst hat sie der Verkehrs- und Tourismusausschuss (unter anderem mit der österreichischen Abgeordneten Sophia Kircher) unter dem maltesischen Berichterstatter Daniel Attard (EP-Pressemitteilung, 18.03.2026).

Die wichtigsten Punkte

  • Anreise und Mobilität: bessere Bahn-, Flug- und Schiffsverbindungen zu weniger bekannten Regionen, mehr Nachtzüge und ein einheitliches Ticketsystem über Verkehrsmittel hinweg.
  • Besucherlenkung: Druck aus überlaufenen Hotspots nehmen und Gäste gezielt in ländliche und alpine Regionen lenken – etwa über Wein-, Rad- oder Kulturangebote.
  • Kurzzeitvermietungen: über die ab 20. Mai 2026 geltenden EU-Regeln hinaus klare Standards für Plattformen wie Airbnb – mit der Option für Mitgliedstaaten und Städte, Nächtigungsobergrenzen, Genehmigungspflichten oder Zonen einzuführen.
  • Fachkräfte: ein EU-weit anerkannter Qualifikationsausweis („Tourism Skills Card“) für Ausbildungen und Berufserfahrung.
  • Daten und Nachhaltigkeit: schnellerer Aufbau eines gemeinsamen europäischen Datenraums für Tourismus und ein einheitliches Nachhaltigkeitslabel (EP-Pressemitteilung, 27.04.2026).

Was das für Österreich bedeutet:

Mehrere Punkte treffen österreichische Kernthemen: bessere Bahnanbindung alpiner Destinationen, Entlastung frequentierter Städte und Seenregionen sowie mehr Steuerungsmöglichkeiten für Wien bei Kurzzeitvermietungen.

Finanziell stellt die Kommission vorerst rund 2,9 Milliarden Euro aus bestehenden Programmen für nachhaltige Mobilität in Aussicht (ITB Berlin).

Verbindlich wird davon zunächst nichts. Wie viel davon in der Strategie landet, zeigt sich mit dem Kommissionsentwurf – voraussichtlich noch vor dem Sommer.

6. Mai 2026 • 09:23 Uhr • Alex Pesjak

Hallo Petra,
danke für das Update.
Die Themen sind richtig gesetzt.

Es ist die Frage der Umsetzung. Für uns ist natürlich besonders der nachhaltige Datenraum relevant,weil wir „Own your Intelligence“ wirklich liefern können. Compliance – Produktivität – kumulierende Intelligenz besonders für Touristische Destinationen. Wir arbeiten schon mit ersten Top-Destinationen. Denn Tourismus wird immer mehr zum Daten-Ökosystem, aber die Wertschöpfung damit machen andere.
Wir sind 100% Europa, open source. Also schön, wenn Strategie und Lösung zusammenpassen! Alles Gute weiterhin! Alex

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